Kastration
Rüden
Viele Rüden sind problemlose Familienhunde und müssen nicht kastriert werden!
In folgenden Fällen wird jedoch eine Kastration empfohlen:
- Starkes Dominanzverhalten
- Aggressivität anderen Hunden (spez. Rüden) gegenüber
- Ausgeprägtes Sexualverhalten verbunden mit Abhauen, Heulen, Essensverweigerung, Besteigung der Beine des Besitzers usw.
- In Haushaltungen mit zwei oder mehr Hunden
- Arbeitshunden
- Medizinische Indikationen (Prostatakrankheiten, Hodenkrebs usw.)
Rüden können ab einem Alter von ca. 9 Monaten jederzeit kastriert werden und mit Nebenerscheinungen ist nicht zu rechnen.
Hündinnen
Die meisten Hündinnen werden zweimal jährlich läufig. Die Läufigkeit dauert ca. 3 Wochen. Die eigentliche Blutung dauert ca. 7 bis 10 Tage, und die ‘gefährliche’ Zeit ist am Ende der Blutung. Falls die Blutungen nicht zu stark sind und der Besitzer bereit ist, während der Läufigkeit seine Hündin genau unter Kontrolle zu halten, ist auch bei der Hündin eine Kastration nicht zwingend notwendig.
In folgenden Fällen wird eine Kastration empfohlen:
- Probleme für den Besitzer durch Läufigkeitsblutungen
- Probleme für den Besitzer, die Hündin konsequent zu überwachen.
- In Haushaltungen mit zwei oder mehr Hunden.
- Arbeitshunden
- Medizinische Indikationen (Gebärmutterveränderungen, gewisse Arten Brustkrebs)
- Um den oben erwähnten Krankheiten vorzubeugen
Zeitpunkt der Kastration bei der Hündin
Vor der ersten Läufigkeit
Die Hündin wird mit einem sehr geringen Risiko je einmal Brustkrebs entwickeln (Ca. 35% der nicht-kastrierten Hündinnen über 9 Jahren erkranken an Brustkrebs. 52% aller Krebskrankheiten bei der Hündin gehen von der Milchdrüse aus).
Nach der ersten Läufigkeit
Gewisse Hündinnen sind ein wenig ‘reifer’ aber die Brustkrebshäufigkeit ist nur noch mässig reduziert gegenüber nicht - kastrierten Hündinnen.
Nach der zweiten Läufigkeit
Es spricht nichts dafür, die Hündin zweimal läufig werden zu lassen. Dieser Zeitpunkt wird aber nur gewählt 1) bei medizinischen Indikationen oder 2) falls der Besitzer sich erst zu diesem Zeitpunkt für eine Kastration entscheidet.
Nebenerscheinungen nach einer Kastration
Neigung zur Gewichtszunahme
Lässt sich problemlos verhindern bei einer konsequenten Einteilung der nötigen Futterration.
Harninkontinenz
Es sind eher ältere Hündinnen grosser Rassen die spontan und unbewusst Urintropfen verlieren, v.a. während dem Schlafen. Häufigkeit ca. 15% bei Hündinnen über 20kg, ca. 7% bei Hündinnen unter 20kg. Behandlungen mit Tabletten, die jedoch täglich lebenslang verabreicht werden müssen, zeigen sehr guten Erfolg.
Fellveränderungen
Gewisse Rassen, wie z.B. Irish Setter oder rote Cocker Spaniel, bekommen eine dicke Unterwolle und ein buschiges Aussehen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Hündin eine Nebenerscheinung nach der Kastration entwickelt, ist jedoch wesentlich kleiner als die Wahrscheinlichkeit, dass eine unkastrierte Hündin im Verlaufe ihres Lebens entweder Brustkrebs oder Gebärmutter- oder Eierstockkrankheiten entwickelt.